Der UnSafe

Die Montessorischule hat uns gebeten, einen Laptop-Schrank zu bauen, der per RFID-Tag notiert, wer welchen Laptop ausgeliehen hat. Die Fächer des Schranks funktionieren also genau andersherum wie ein Hotel-Safe oder Schließfach: Man gibt einen Code an (per Essensmarke oder Schließsystem-Tag), um einen Laptop außerhalb des Schranks lagern zu können.

Die Konstruktion des Schranks übernimmt Erhard Theobald, Schreinermeister und Lehrer an der Montessori-Schule. Wir müssen Schließmechanik, Elektronik und Programmierung beisteuern.

Nach einem ersten Gespräch war die Idee, die Fächer mit Glasfronten zu versehen (im Prototyp 4mm Sperrholzplatten). Da die Fächer sehr breit und flach sein müssen versuchen wir eine Art Garagentor zu bauen. Das spart aufwändige Scharniere.

Es sollen 10 Laptop-Fächer übereinander werden. Und ein zusätzliches Fach (ganz oben oder in der Mitte) beherbergt die Elektronik (RFID-Leser, MCU, Display, …). Zusätzlich sollte unten mindestens eine Fachhöhe Luft bleiben, der Schrank bekommt eventuell Rollen.

Benutzung

Leichte Benutzbarkeit geht vor Sicherheit.

RFID-Reader, Taster für Zustand der Klappe, Sensoren für die Stromaufnahme der Laptops etc., sorgen dafür, dass der Schrank auf den Benutzer reagieren kann.

Der Benutzer erhält Feedback durch Entriegeln von Fächern, Anweisungen auf einem einfachen LCDisplay. Nötigenfalls auch Sound (Piepstöne bei Fehlbedienung oder Geräusche zur akustischen Unterstützung von ansonsten wenig bemerkbaren Aktionen).

Beispiel: Entleihe

  • Ein*e Schüler*in kommt zum Schrank, hält den RFID-Chip daran.
  • Der Controller reagiert: Display »Bitte öffne ein Fach Deiner Wahl«
  • Schüler*in versucht ein Fach mit Laptop zu öffnen, der Controller bemerkt dies und gibt das Fach frei.
  • Laptop wird entnommen.
  • Display: »Fach bitte wieder schließen, danke.« (Ist eigentlich auch egal, kann auch offen bleiben.)
  • Controller notiert Entleihe mit ID und Entnahmezeitpunkt.

Wenn kein Laptop entommen wird und das Fach offen bleibt, ist dies ein Problem des Benutzers. Seine ID wird notiert. Wird das Fach ohne Entnahme wieder geschlossen, kann der Ausleihvorgang erneut gestartet werden, ID wird nicht notiert.

Beispiel: Rückgabe

  • Ein*e Schüler*in kommt zum Schrank, hält RFID-Chip dran.
  • Der Controller weiß, es ist bereits ein Laptop auf diesen Chip ausgeliehen. Reaktion: »Bitte wähle ein leeres Fach und schließen den Laptop an den Strom an.«
  • Schüler*in versucht ein Fach MIT Laptop zu öffnen, der Controller bemerkt dies und gibt das Fach NICHT frei. *Pieps*
  • Schüler*in versucht ein Fach OHNE Laptop zu öffnen, der Controller bemerkt dies und gibt das Fach frei.
  • Laptop wird angeschlossen, Fach zugemacht.
  • Controller notiert Rückgabe-Zeitpunkt.

Die Netzteile dürfen fest im Schrank verbaut werden.

Die Schüler*innen können einfach Laptops entnehmen. Alles funktioniert auf Vertrauensbasis.